Leben am Limit – Verträge, Banken, Versicherungen

 

Kennst Du das auch? Gedicht- und Bildinterpretationen in drei Sprachen sind kein Problem für Dich und würde doch mal bitte einer nach der geschichtlichen Abfolge der Bauernkriege fragen: Deine Stunde wäre gekommen. Doch solche Fragen stellen nur Lehrer, während sich das Leben eine große Tüte Popcorn bestellt und zusieht, wie Du Dich mit dem Alltag herum schlägst.


Jeder Teil des Lebens hat sein eigenes Vokabular. Und mindestens die Hälfte davon war in der Schule nie ein Thema. Study Life and Work hat Dir hier eine kleine Übersicht über die wichtigsten Begriffe rund zum Thema Wohnen zusammengefasst und erklärt. 

 

Dabei geht es um die drei großen Bereiche zum Thema Wohnen:

  • Das Was ist Was im Mietvertrag
  • Bank: ist Konto gleich Konto?
  • Versicherung: alles eine Grütze?

 

Den Mietvertrag verstehen – Wohnen als Student

 

Fertig liegt er da und ist unterschrieben. Dein Einzugsdatum steht und endlich hast Du Deine eigene Wohnung, dein kleines Reich für die Studentenzeit. Doch was steht in so einem Mietvertrag eigentlich drin? Überheizte Räume findest Du eh doof, reicht es da nicht, wenn Du nur die Kaltmiete zahlst? Und wer ist dieser Property Management?


Das kleine Mietvertrags-Glossar von Study Life and Work hilft Dir beim Verstehen des Mietvertrags:

 

Nettomiete:
die Nettomiete, auch Kaltmiete oder Grundmiete genannt, bezeichnet den Mietteil, der die reine Raumnutzung abdeckt. 
Nebenkosten:
die Nebenkosten, 2. Miete oder Betriebskosten müssen gesondert ausgewiesen werden und kommen zu der Nettomiete hinzu. Die Betriebskosten enthalten beispielsweise die Müllabfuhr, Wasser, Abwasser, Flurbeleuchtung, Feuerversicherung und Kabelanschluss. 
Warmmiete:
die Warmmiete oder Bruttomiete berechnet sich aus der Nettomiete + Nebenkosten. Diesen Betrag musst Du monatlich an Deinen Vermieter zahlen.
Betriebskostenabrechnung:
Einmal im Jahr erfolgt die Betriebskostenabrechnung. Grob gesagt leistest Du als Mieter mit Zahlung der Betriebskosten (Teil der Warmmiete) eine Vorauszahlung. Am Ende des Abrechnungszeitraums schaut der Vermieter dann, ob diese Vorauszahlungen ausgereicht haben, um die Betriebskosten zu decken. Dabei kann es sein, dass Du entweder eine Nachzahlung leisten musst (Dein Anteil an den Betriebskosten war höher, als die Summe Deiner Betriebkostenvorauszahlungen) oder Du bekommst eine Erstattung. 
Mietkaution:
Die Mietkaution oder Mietsicherheit dient zur Absicherung des Vermieters. Die Mietkaution wird vor oder zu Beginn des Mietverhältnisses auf ein separates Konto eingezahlt. Es muss also ein neues Konto eröffnet werden, die Mietkaution darf nicht bei Deinem übrigen Geld liegen. Wenn das Mietverhältnis endet, Du also ausziehst, bekommst Du die Mietkaution inkl. Zinsen normalerweise zurückerstattet. Solltest Du aber zwischendrin Deine Miete nicht gezahlt haben oder sind durch Dich Mietschäden entstanden, darf der Vermieter die Kaution einbehalten. Die Höhe der Mietsicherheit darf maximal 3 Nettomieten betragen und ist im Mietvertrag festgehalten.
Unbefristetes Mietverhältnis:
bedeutet: kannst bleiben solange Du willst und Du Deine Mieterpflichten erfüllst. Übrigens: je länger Du in Deiner Wohnung lebst, umso länger wird Deine Kündigungsfrist.
Kündigungsfrist:
Die Studentenbutze ist nicht für ewig, also wirst Du Deine Wohnung irgendwann kündigen wollen. Die Kündigungsfrist sagt Dir, wie früh Du Deinem Vermieter kündigen musst. Die Kündigungsfristen sind gesetzlich geregelt. Die Wohnungskündigung muss spätestens am dritten Werktag eines Monats beim Vermieter eingehen. Beachte diese Vorgabe vor allem beim postalischen Versand!
Salvatorische Klausel:
Die salvatorische Klausel ist ein Vertragsteil der dafür sorgen soll, dass der Mietvertrag seine Gültigkeit behält, auch wenn dieser in Teilen fehlerhaft ist. Lapidar gesprochen sagt die salvatorische Klausel: „Wenn ein Teil des Vertrages fehlerhaft (Illegal) ist, dann lassen wir diesen Teil wegfallen oder ersetzen ihn durch einen neuen (legalen) Teil. Der Rest des Vertrags bleibt aber weiterhin gültig.“
Property Management Gesellschaft:
Die Hausverwaltung, die das Haus in dem Du wohnst, im Auftrag des Eigentümers (dem das Haus wirklich gehört) verwaltet. Vor allem in der Stadt hast Du es meist mit den Mitarbeitern der Immobilienverwaltung zu tun. 

 

Die Bank und das Wohnen – wo Geld fließt

 

Spätestens bei der Mietzahlung wirst Du merken, es geht nicht ohne die Bank. Allgemein brauchst Du, um in Deutschland eine Wohnung mieten zu können ein deutsches Konto. Von diesem Konto gehen dann die Mietzahlungen ab. Das ist ein Unterschied zum Kautionskonto, dass Du für eine Mietsicherheit eröffnest. 

 

Girokonto:
Kannst Du bei eigentlich jeder Bank eröffnen. Auf dem Girokonto kann Geld eingehen (Lohn, Bafög) und abgebucht werden (durch Überweisungen, Lastschrift, Debitkarte (EC-Karte), Kreditkarte). Das ist dann der bargeldlose Zahlungsverkehr. Du kannst am Geldautomaten mit Deiner EC-Karte auch Bargeld abheben. Das ist dann ebenfalls eine Abbuchung von Deinem Giro-Konto.
Mietkautionskonto:
Das ist das Konto zur Hinterlegung der Mietkaution und wird durch den Mieter oder durch den Vermieter eröffnet. Das Konto ist zu Gunsten des Vermieters gesperrt, dass heißt, Du als Mieter hast keinen Zugriff auf das hinterlegte Geld. Der eingezahlte Kautionsbetrag wird verzinst.
Zinsen:
Das Guthaben auf Deinem Konto wird verzinst und wächst dadurch an. Der Zinssatz ist dabei variabel und richtet sich an unterschiedlichen Gegebenheiten aus. Im Moment sind wir in einer NiedrigZins-Phase.
Kontoinhaber:
Die Person, auf deren Name das Konto eröffnet wurde. Der Kontoinhaber kann von einem Karteninhaber (für das Konto) abweichen. 
Karteninhaber:
Die Person, auf deren Name z.B. eine EC-Karte für ein Konto ausgestellt wurde. Der Karteninhaber kann die Karte nutzen, das Konto gehört dieser Person aber nicht zwingend. 
Debit-Karte:
Debit bedeutet Lastschrift oder Soll. Die bekannteste Debit-Karte ist die EC-Karte. Mit der Debit-Karte kannst Du bargeldlos bezahlen und das Geld wird innerhalb weniger Tage von dem Konto abgebucht. Das ist auch ein Unterschied zur Kreditkarte.
Kontoauszug:
Gibt es in Papierform oder auch elektronisch und stellt die Übersicht der Kontenbewegungen (Abbuchungen und Eingänge) dar. Ein Blick hierauf lohnt sich immer mal wieder, da Du so auch prüfen kannst, ob Deine Miete wirklich abgebucht wurde. Ein Dauerauftrag kann durch technische Störungen oder einer falschen Einstellung auch mal nicht ausgeführt werden und dann wärst Du im schlimmsten Fall Deiner Zahlungsverpflichtung nicht nachgekommen.
Dauerauftrag:
Eine bargeldlose Überweisung, die regelmäßig zu einem bestimmten Ausführungszeitpunkt (z.B. zum 01. eines Monats) getätigt wird. Wie lange dieser Dauerauftrag gültig ist, also über welchen Zeitraum die regelmäßigen Überweisungen gemacht werden, kannst Du selbst einstellen.
SEPA-Lastschriftmandat:
Dies ist ein Bankeinzug, sozusagen ein Dauerauftrag, nur das Du nicht überweist, sondern ein anderer sich das Geld vom Konto ziehen darf. Mit der SEPA-Überweisung wurde ein einheitlicher Euro-Zahlungsraum geschaffen.
Gläubiger:
Der Gläubiger ist derjenige, der eine Forderung gegen Dich hat, dem Du also Geld schuldest. Wenn Du das schuldige Geld zahlst, ist der Gläubiger auch der Zahlungsempfänger (des Geldes).
Schuldner:
Du bist ein Schuldner, wenn Du einem anderen noch Geld schuldig bist, also noch nicht gezahlt hat. Für Deine Wohnung heißt das, dass Du ein Dauerschuldverhältnis hast (solange Du dort zur Miete wohnst, musst Du auch monatlich die Miete zahlen). 

Hausratversicherung und Haftplicht – ein und dasselbe?

 

Die Deutschen sind das am besten versicherste Volk der Welt. Wusstest Du, dass man sich gegen die Entführung von Außerirdischen (muss man aber nachweisen) versichern kann? Man muss vielleicht nicht alles haben, doch einiges ist dann doch ein Muss.

 

Auch als Student solltest Du ein paar Dinge zu Versicherungen auf jeden Fall kennen.

Sachversicherung:
Eine Sachversicherung soll Verluste oder Beschädigungen an Sachwerten absichern. Dazu gehören z.B. Fahrzeuge, Einrichtungsgegenstände und Haustiere.
Personenversicherung:
Personenversicherungen decken die persönlichen Risiken ab. Dazu gehören z.B. die Lebens-, Unfall- und Krankenversicherung.
Hausratversicherung:
Die Hausratversicherung ist eine Sachversicherung und bietet einen Versicherungsschutz für das Inventar Deiner Wohnung. Also Bett, Herd, Fernseher, Fahrrad... Schutz finden diese zum Beispiel vor Feuer, Leitungswasser (Stichwort Rohrbruch), Hagel, Einbruchdiebstahl und Vandalismus. Die Produktinhalte der Versicherungen können sich voneinander unterscheiden.
Dynamische Versicherung:
Die Dynamik im Versicherungsbereich bedeutet, dass es eine vertraglich vereinbarte regelmäßige Erhöhung (meist jährlich) des Versicherungsbeitrages gibt. Eine Dynamik in der Deiner Hausratversicherung würde in diesem Fall auf einen umfassenden Schutz Deines Hausrats abzielen, auch wenn aus Deiner Studentenbutze inzwischen ein Ein-Familien-Haus geworden ist.
Haftpflichtversicherung:
Eine private Haftpflicht ist auch für Studenten (für jeden eigentlich) unverzichtbar. Es gibt verschiedene Haftpflichtversicherungen, so z.B. für das KfZ oder für den eigenen Hund.

Es gibt natürlich noch viel mehr Versicherungen die Sinn machen können. Dies ist dann von Deinen persönlichen Lebensumständen und Deinem individuellen Bedürfnis nach Absicherung abhängig.


Bitte beachte, dass dieser Artikel zum allgemeinen Verständnis beitragen soll. Solltest Du also rechtlichen oder finanziellen Rat suchen, wende Dich bitte an einen entsprechenden Fachexperten.

 

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